Mit Bauch, Herz und Hirn – Was das bedeutet und warum alle drei zusammengehören
Körper, Gefühle und Verstand als Team statt als Gegner: Was hinter dem Ansatz „Bauch, Herz und Hirn“ steckt – und warum gerade nach Trauma alle drei zusammengehören.
Von Dr. Claudia Editha Richter · 4. August 2026 · 8 Min. Lesezeit
„Mit Bauch, Herz und Hirn“ – so heißt mein Wegbegleitungs-Ansatz. Und so heißt auch das kostenfreie Geschenk, das ich meinen Leserinnen anbiete. Aber was steckt eigentlich hinter diesen drei Wörtern?
In meinem Buch „Der Sturm wird stärker – wir auch!“ beschreibe ich fünf Instanzen, die unser inneres Erleben steuern: Verstand, Gefühle, Körper, Unbewusstes und Selbst. Wenn alle fünf miteinander kommunizieren, sind wir im Gleichgewicht. Wenn diese Kommunikation gestört ist – etwa durch Trauma und Traumatisierung – verlieren wir den Kontakt zu uns selbst.
„Bauch, Herz und Hirn“ ist die alltagstaugliche Übersetzung dieses Modells. Drei Bereiche, die jede Frau sofort versteht – und die den Einstieg in die Arbeit mit sich selbst ermöglichen.
Überblick
- Der Bauch – Dein Körper als Sprachrohr Deiner Gefühle
- Das Herz – Deine Gefühle bewahren Dich
- Das Hirn – Dein Verstand kontrolliert das innere Gespräch
- Warum alle drei zusammengehören
- FAQ
1. Der Bauch – Dein Körper als Sprachrohr Deiner Gefühle
In meinem Buch beschreibe ich den Körper als das Sprachrohr der Gefühle. Er reagiert vollständig autonom auf das, was im Innen und im Außen passiert. Stress verengt die Blutgefäße, verlangsamt die Zellteilung, bereitet Dich auf Kampf oder Flucht vor. Diese Reaktionen sind seit den Anfängen der Evolution in uns angelegt – und sie sind heute noch genauso aktiv.
Wenn ich vom „Bauch“ spreche, meine ich genau das: diese körperliche Intelligenz, die schneller ist als jeder Gedanke. Dein Bauchgefühl ist kein Zufall – es ist Dein Körper, der Dir etwas mitteilt. Aber bei Frauen, die Trauma erlebt haben, ist diese Kommunikation oft unterbrochen. Der Körper sendet Signale – und sie werden nicht gehört. Oder sie werden bestraft, wie ich es in meinem eigenen Leben erfahren habe. Wie sich das äußern kann, beschreibe ich in „Wenn der Körper sich erinnert“.
2. Das Herz – Deine Gefühle bewahren Dich
Gefühle bewahren Dich vor Gefahren. Sie helfen Dir zu unterscheiden, was wichtig und was unwichtig ist. Sie unterstützen Dich im Umgang mit Deiner Mitwelt – wenn alles in Dir gut zusammenspielt. So beschreibe ich es in meinem Buch. Wort und Gefühl gehören zusammen. Auch wenn uns oft beigebracht wurde, nicht so „emotional“ zu sein.
Das „Herz“ in meinem Ansatz steht für die Fähigkeit, Gefühle wahrzunehmen und als das zu nehmen, was sie sind: Botschafter. Wut sagt Dir, dass eine Grenze überschritten wurde. Trauer sagt Dir, dass Dir etwas wichtig war. Angst sagt Dir, dass Du Dich schützen musst. Aber viele von uns haben als Kinder gelernt, Gefühle in „gute“ und „schlechte“ einzuteilen. Die schlechten mussten weg. Und was weggesperrt wird, verschwindet nicht – es lagert sich ab. Wie Du Deine Gefühle wieder als Verbündete lesen kannst, vertiefe ich in „Wut, Angst, Scham: Deine negativen Gefühle sind Deine Verbündeten“.
3. Das Hirn – Dein Verstand kontrolliert das innere Gespräch
In meinem Buch beschreibe ich den Verstand als die Instanz, die das innere verbale Gespräch kontrolliert und ordnet. Er analysiert, bewertet, plant. Er ist die Stimme, die Du am ehesten als „Dich“ wahrnimmst. Aber er ist nur ein Teil von Dir.
Das Problem beginnt, wenn der Verstand die alleinige Führung übernimmt. Wenn er die Gefühle überstimmt. Wenn er den Körper ignoriert. Wenn er alles rationalisiert, was eigentlich gefühlt werden müsste. Bei Frauen mit Trauma-Erfahrung ist genau das häufig der Fall: Aus dem Verstand wird ein Kontrolleur. Aus dem inneren Gespräch wird ein Verhör. Und aus Glaubenssätzen wie „Ich bin nicht gut genug“ werden innere Wahrheiten, die das gesamte Erleben steuern – ohne dass Du es bewusst entscheidest.
4. Warum alle drei zusammengehören
Im Idealzustand kommunizieren alle Instanzen gleichberechtigt miteinander. Du kannst erleben, wachsen, handeln und gleichzeitig wertschätzend mit Dir und Deiner Mitwelt umgehen. So beschreibe ich Gesundheit in meinem Buch: als funktionierende innere Kommunikation.
„Bauch, Herz und Hirn“ bringt dieses Modell auf den Punkt. Meine Wegbegleitung setzt dort an, wo die Verbindung zwischen diesen drei Bereichen unterbrochen ist. Wir schauen gemeinsam, welcher Bereich in Dir zu laut geworden ist – und welcher verstummt. Und dann beginnen wir, die Kommunikation wiederherzustellen. Schritt für Schritt. In Deinem Tempo. Wie ich selbst diesen Weg gegangen bin, erzähle ich in „Mit 60 promoviert, mit 67 Wegbegleiterin“.
Meine Wegbegleitung „Bauch, Herz und Hirn“ beginnt mit einem kostenfreien Vorgespräch. Dort schauen wir, ob wir zueinander passen – ohne Verpflichtung.
— Claudia
FAQ
Was bedeutet „Mit Bauch, Herz und Hirn“?
Es ist die alltagstaugliche Übersetzung des Fünf-Instanzen-Modells aus dem Buch „Der Sturm wird stärker – wir auch!“. Bauch steht für den Körper und seine Signale, Herz für die Gefühle und ihre Botschaften, Hirn für den Verstand und seine ordnende Funktion.
Warum verlieren traumatisierte Frauen den Kontakt zu einem dieser Bereiche?
Trauma unterbricht die Verbindung zwischen Verstand und Gefühlen. Das innere Gespräch wird von Glaubenssätzen dominiert, der Körper wird ignoriert oder bestraft, und die Gefühle werden weggesperrt. Das sind Schutzstrategien – keine Defekte.
Was sind die fünf Instanzen im Buch?
Verstand, Gefühle, Körper, Unbewusstes und Selbst. Im Wegbegleitungs-Ansatz „Bauch, Herz und Hirn“ werden die drei greifbarsten Instanzen in den Fokus gestellt, weil sie den unmittelbaren Einstieg in die Arbeit mit sich selbst ermöglichen.
Wie läuft die Wegbegleitung konkret ab?
Die Wegbegleitung beginnt mit einem kostenfreien Vorgespräch. Danach schauen wir gemeinsam, welcher der drei Bereiche in Dir zu laut geworden ist und welcher verstummt – und beginnen, die innere Kommunikation wiederherzustellen. In Deinem Tempo.
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